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seit 300 Jahren...

Natürlich spielt bei fast 300 Jahren bestehen auch die Tradition eine Rolle!

So halten wir durch das tragen unserer „Kluft“ (Zimmerer Berufs Kleidung) oder das Feiern von Richtfesten die Zimmerer-Tradition am Leben.

Die Familie hat natürlich auch einen hohen Stellenwert bei uns! So arbeiten aktuell im Unternehmen der Geschäftsführer Andreas Reichle und dessen Frau Kerstin Reichle, sowie sein Bruder Thomas Reichle aber auch die bereits nächste Generation, die Söhne von Andreas Reichle, Christian und Manuel Reichle mit.
So wird der Weg für die 9 Generation gelegt.

Der Opa mit dessen Mitarbeiter, des aktuellen Geschäftsführers Andreas Reichle.

Unsere Chronik

Anhand der Würzbacher Kirchenbücher und uralter Rechnungen, die fast kalligraphisch verfasst sind, lässt sich feststellen, dass die Gründung der Zimmerfirma  Reichle in Würzbach bis auf das Jahr 1718 zurückgeht.

Die heute noch gültigen Begriffe wie Pfetten, Schwellen, Streben, Pfosten, Balken hat es laut dieser Dokumente schon damals gegeben.

Im Jahre 1813 ist das Wohnhaus in der Wilflingstraße 17 der Familie Reichle von  Matthias Reichle erbaut worden. Gottlieb Reichle, der Großvater der jetzigen Inhaber, ist am 22.06.1888 geboren und hat 1908 im Alter von 20 Jahren durch den frühen Tod seines Vaters das Geschäft übernehmen müssen. In diesen Zeiten, als das Handwerk noch Handwerk, also ohne Vorhandensein von Maschinen war, hat die Arbeit der Zimmerer durchweg im Freien stattgefunden. Mit Fahrrad und Handkarren wurde das Handwerkszeug transportiert. Da der Verdienst bei weitem nicht ausreichte, um eine große Familie zu ernähren, musste neben dem Gewerk noch Landwirtschaft betrieben werden. Diese wurde überwiegend von Frau und Kindern betrieben.

Erst im Jahr 1948 hat Gottlieb Reichle neben dem Wohnhaus eine kleine Werkstatt errichtet. Dieser harte, aber grundehrliche Mann brachte den Betrieb auf seinen Weg.  Sein Sohn Erwin Reichle, 08.10.1931 geboren, legte 1955 die Meisterprüfung mit großem Erfolg ab, obwohl er nie Zimmermann werden wollte. Aber als jüngstes von sieben Kindern wurde er von seinem Vater gezwungen, die nun schon 142 jährige Tradition des Zimmererhandwerks weiterzuführen. Und so übernahm er 1958 das Geschäft von seinem Vater.

Mit sehr viel Fleiß und schier unendlicher Schaffenskraft hat Erwin Reichle mit seiner Ehefrau Gertrud geb. Förschler 1968 die alte Große Werkhalle erstellt, die er 10 Jahre später noch erweiterte. Als Meister vom alten Schlag, der sein Handwerk nun lieben und von der Pike auf gelernt hat, trieb den Betrieb nun mit aller nur erdenkbaren Kraft voran. Der Betrieb wurde in dieser Zeit auf ein gesundes Fundament gestellt und blühte immer mehr auf.

Sein erster Sohn Thomas hat 1970 die Zimmererlehre im väterlichen Betrieb begonnen, die er 1978 mit dem Meisterbrief abschloss. Im selben Jahr begann sein dritter Sohn Andreas, der jetzige Geschäftsführer seine Ausbildung. Zusammen mit seinem zehnjährigen Betriebsjubiläum 1988 hat auch er seinen Meistertitel erworben. Erwin Reichle war nun bestrebt seinen Söhnen sein ganzes Wissen zu vermitteln. So wurden sie nicht nur mit den neuesten Techniken vertraut, sondern auch mit dem in den zwanziger Jahren und auch noch danach üblich durch Holz beschlagen von Hand im Wald gefällter Stämme zu kantigen Balken zu behauen. Erwin Reichle, der diese schwere Arbeit von seinem Vater erlernt hatte, erzählte und zeigte ihnen wie dies vor sich ging: Nachdem die Stämme gefällt, entastet und geschält waren, hat man sie auf im Wald aus Rundholz erstellten Böcken gelegt und mit Klammern befestigt, damit sie nicht wegrollen konnten. So dann hat man mit Schnurschlag eine erforderliche Breite des Balkens bestimmt. In einem Gefäß wurde zerstoßene Holzkohle mit etwas Wasser vermengt. Mit dem so genannten Tunkeisen wurde die Schnur durch den Schwarzen Brei gezogen und danach entlang dem Stamm gespannt und abgezeichnet. Dann begann das Behauen zuerst mit der Zimmermannsaxt und dann mit dem Breitbeil. Tagelang waren die Zimmerleute bei Wind und Wetter mit dieser körperlich schweren Arbeit beschäftigt. War einer Linkshänder, musste er sich in einer extra auf diese Werkzeuge spezialisierte Schmiede ein Linkshänderbeil anfertigen lassen. Es ist nachgewiesen, dass handbeschlagene Hölzer eine längere Lebensdauer haben als Gattergesägte, da die Holzmaserung beim Handbeschlagen geschlossen bleibt, beim Sägen aber geöffnet und verletzt wird.

Meister Erwin Reichle war stolz auf seiner Zimmerersöhne, zumal sie ihm beide 1988 je einen Enkel geschenkt haben. Mit den Jahren wurden es nun mehr sieben und alles Söhne, den jüngsten schenkte ihm seine Tochter Susanne am 08.03.2003, leider durfte er dies nicht mehr erleben, er verstarb am 15.12.2002.

Der jetzige Geschäftsführer, Andreas Reichle, hat 1994 nach einem schweren Betriebsunfall seines Vaters Erwin, den Betrieb übernommen. Mit demselben Fleiß, Einsatz und Liebe zu seinem Beruf und Betrieb wurde das Lebenswerk der Eltern weitergeführt. Mit dem Bau einer neuen noch größeren Abbundhalle hat Andreas Reichle 1995 den Grundstock für eine neue Zeit im Zimmereibetrieb Reichle geschaffen. So konnte nach einem absolut guten Geschäftsjahr 2000, in dem die Firma mit ihren sechs Mitarbeitern beinahe an ihre Grenzen gestoßen ist, die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Mit dem erwirtschafteten Gewinn konnte die Firma Erwin Reichle & Söhne sich die Investition einer Abbundanlage ,,Hundegger ´´ K2 mit Hobeleinrichtung und eines neuen Schnellmontagekran leisten. Dieser Schritt eröffnete der Firma wieder ganz neue Perspektiven. Im Zusammenspiel aus althergebrachtem Handwerk und neuester Technologie kann für die Kunden ein neues Preis-Leistungs-Verhältnis erstellt werden und der Betrieb ist weiterhin wettbewerbsfähig. So wird z.B. der Abbund eines Hauses, der sich bisher von mehreren Mitarbeitern auf Tage hinzog , heute in wenigen Stunden von Thomas Reichle alleine abgebunden. Mit der Abbundanlage werden sämtliche Holzkonstruktionen, selbst in schwierigster Ausführung und besonders auch im sichtbaren Bereich, in kürzester Zeit und mit höchster Präzision in einem Arbeitsgang erledigt. Tradition verbindet aber nicht immer. Auch im Handwerk muss man neue Wege beschreiten, zukunftsorientiert denken und mit Hilfe der Computertechnik Arbeitsplätze sichern und erhalten, dies hat sich der jetzige Geschäftsführer zur Aufgabe gemacht. Der erste Schritt ist gut gelungen. Auch im Internet wird der Betrieb unter www.holzbau-reichle.de vorgestellt. Das Unternehmen hat heute drei Meister und vier Gesellen, die Auftragslage der Firma Erwin Reichle und Söhne ist auch in der momentanen wirtschaftlich schwierigen Zeit gut. Die Mutter und Oma Gertrud Reichle ( die Seele des Betriebs) hoffte, dass einer ihrer sieben Enkel, die Tradition und das Lebenswerk erhalten und weiterführt. Ihr Wunsch hat sich erfüllt, da 3 Enkel die Laufbahn als Zimmermänner eingeschlagen haben.

Richtfest

Richtfest

Das Richtfest wird gefeiert, wenn der Dachstuhl aufgestellt ist.

Beschlagen des Holzstammes

Beim Holzbeschlagen...

Damals wurde das Holz noch selbst gefällt und von Hand "beschlagen" (Rechteckig gemacht). Erst später kamen Sägewerke...

Abbund auf dem Abbundplatz

Abbund auf dem Abbundplatz...

Abbund auf dem Abbundplatz nicht vor allzu langer Zeit ....  

Fachwerkhaus frisch aufgeschlagen

Fachwerkhaus

Aufgeschlagenes Fachwerkhaus mit Richtbaum...